15. Berlin Open Access Konferenz

Adapt and Advance

Möglichkeiten zur Stärkung von Offenheit und Gleichberechtigung bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen

18. Oktober 2021

Fast 400 Teilnehmer, die Hunderte von Institutionen und Konsortien aus der ganzen Welt vertraten, nahmen online an der 15. Berliner Open-Access-Konferenz (B15) teil, um den laufenden Übergang des wissenschaftlichen Publikationswesens zu Open Access zu diskutieren.

Die von der University of California und der Open-Access-2020-Initiative der Max-Planck-Gesellschaft gemeinsam ausgerichtete Konferenz legte einen besonderen Schwerpunkt auf die Verhandlungsprozesse mit Verlagen. Die Konferenz fand vom 28. September bis 1. Oktober 2021 statt. Um die weltweite Teilnahme an dieser Online-Veranstaltung zu erleichtern, wurde die B15-Konferenz in zwei Tracks unterteilt, von denen sich einer an ein Publikum in Nord- und Südamerika richtete, während der zweite Track für Teilnehmer aus Afrika, Asien und Europa angeboten wurde.

Organsiationen aus 46 Ländern waren bei der 15. Berlin Open Access-Konferenz vertreten. Bild vergrößern
Organsiationen aus 46 Ländern waren bei der 15. Berlin Open Access-Konferenz vertreten.

In den zweieinhalb Jahren seit B14, der 14. Berlin Open Access-Konferenz, sind die Verhandlungen über transformative Vereinbarungen weltweit vorangeschritten, was die wachsende Unterstützung für die Nutzung von Verlagsvereinbarungen zur Beschleunigung des Übergangs zu Open Access zeigt.

Martin Strtatmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft Bild vergrößern
Martin Strtatmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft

Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, begrüßte die Konferenzteilnehmerinndn und -teilnehmer, indem er hervorhob, dass sich "in Europa transformative Vereinbarungen zwischen nationalen Konsortien und Verlagen als nachhaltige Methoden für den Übergang erwiesen haben". B15, so Stratmann, sei eine "Gelegenheit, die sich verändernde Landschaft und die verbleibenden Herausforderungen zu erörtern". Er betonte zudem die "Notwendigkeit, voneinander zu lernen, um eine größere Hebelwirkung durch gemeinsames, abgestimmtes Handeln zu erzielen".

Michael V. Drake, Präsident der University of California Bild vergrößern
Michael V. Drake, Präsident der University of California

Der Präsident der University of California, Michael V. Drake, betonte die Bedeutung globaler Partnerschaften zum Abbau von Hindernissen für den Zugang zur Forschung. "Um sicherzustellen, dass wichtige Forschungsergebnisse auf der ganzen Welt zugänglich gemacht werden, müssen wir zusammenarbeiten", sagte Drake. "Deshalb freue ich mich, dass Delegierte aus sechs Kontinenten und fast 50 Ländern in dieser Woche zusammengekommen sind, um zu erörtern, wie wir die Wissenschaft und die Gerechtigkeit in der Wissenschaft gemeinsam voranbringen können."

Akteure und Entscheidungsträger aus Forschung und wissenschaftlicher Informationsversorgung aus 46 Ländern diskutierten über ihre Fortschritte bei der Umwandlung des derzeitigen, weiterhin meist auf Subskriptionen basierenden Systems der Veröffentlichung wissenschaftlicher Zeitschriften in ein System, das auf der offenen Verbreitung von Forschungsergebnissen zum Nutzen von Wissenschaft und Gesellschaft beruht.

Unter dem Motto "Adapt and Advance" (Anpassen und Vorankommen) beleuchtete B15 die Art und Weise, wie sich Verhandlungsteams auf der ganzen Welt an die sich verändernde Landschaft des wissenschaftlichen Publizierens anpassen, ihre Grundsätze und Ziele verfeinern und neue Maßstäbe für Vereinbarungen setzen -  während sie gleichzeitig unterschiedliche lokale Kontexte und aktuelle finanzielle Realitäten sowie die Notwendigkeit größerer Transparenz und Nachhaltigkeit in diesen Übergangsszenario berücksichtigen. Die vielen Erfahrungsberichte und lebhaften Diskussionen während der Konferenz zeigten, dass die globale Gemeinschaft inzwischen einen neuen Standpunkt erreicht hat, von dem aus sie diese Herausforderungen besser einschätzen und angehen kann, einschließlich der globalen Gerechtigkeit im wissenschaftlichen Publikationswesen, der Kostenverteilung bei der Umstellung auf Open Access und der Umstellung von Zeitschriften mit hohem "Impact" oder Zeitschriften, die von Fachgesellschaften herausgegeben werden. 

Transformative Vereinbarungen sind nach wie vor ein wirksames Instrument, um die offene Verbreitung von Forschung und Wissenschaft mit gleichberechtigtem Zugang zum Lesen und Publizieren für alle zu gewährleisten - ein Ziel, dessen Bedeutung durch die weltweite COVID-19-Pandemie und die Notwendigkeit einer raschen weltweiten Verbreitung der Wissenschaft deutlich geworden ist.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse der 15. Berlin Open Access-Konferenz und Handlungsmöglichkeiten, um transformative Vereinbarungen zu fördern, die Offenheit, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit im wissenschaftlichen Publikationswesen vorantreiben, finden Sie in der B15 Executive Summary (Die Executive Summary ist nur auf Englisch verfügbar).

Weitere Details, Videoaufzeichnungen und Berichte über die 15. Berliner Open-Access-Konferenz finden Sie auf der OA2020-Website