Internationale Positionen zu Open Access

Die nachfolgende Übersicht zeigt eine Auswahl der in den vergangenen Jahren erschienen Positionspapiere zu Open Access. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den europäischen Entwicklungen.


2016 (Mail) EU Ratsschlussfolgerungen zu Open Science

  • Auf dem EU-Wettbewerbsrat in der Formation Forschung sind am 29. Mai 2016 Ratsschlussfolgerungen zur Stärkung von „Open Access“ verabschiedet worden. Ab 2020 sollen wissenschaftliche Artikel in Europa frei zugänglich sein.

2016 (April) Open Access Business Models and Current Trends in the Open Access Publishing System

  • Analyse der Science Europe Arbeitsgruppe zu aktuellen Entwicklungen im Open Access Publikationsmarkt.

2013 (12. Juni) G8 Science Ministers Statement

  • Die WissenschaftsministerInnen der größten Industrienationen würdigen den offenen Zugangs zu wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsdaten. Der grüne und goldene Weg des Open Access werden als komplementäre Strategien empfohlen.

2013 (29. Mai) Global Research Council: Action Plan towards Open Access to Publications

Der Aktionsplan wurde erarbeitet unter Beteiligung von 70 internationalen Forschungs- und Förderorganisationen. Inhalte sind unter anderem:

  • Die Mitglieder des Global Research Council verpflichten sich, das Bewusstsein für OA, vor allem bei jungen Wissenschaftern, zu schärfen.
  • Forschungsförderer sollen die Empfänger von Fördergeldern unterstützen und ermutigen, ihre Arbeiten im OA zu veröffentlichen.
  • Es müssen neue Wege zur Qualitätsmessung und -bewertung von Wissenschaft gefunden werden.

2013 (April) Science Europe Position Statement

  • Science Europe ist eine Vereinigung von über fünfzig europäischen Förderorganisationen und wissenschaftlichen Einrichtungen (u.a. DFG, Helmholtz, MPG und Leibniz). Ihre Vorgängerorganisation war bis Okt. 2011 EUROHORCs (European Heads of Research Councils). Das Science Europe Position Statement wurde in einer Arbeitsgruppe unter Leitung der MPG entworfen und von der Science Europe General Assembly einstimmig verabschiedet. Darin fordert Science Europe u.a.
    • strenge Qualitätskriterien für OA-Gold-Verlage
    • ein übergreifendes Controlling / Überwachung der Publikationsbudgets
    • eine transparente Kostenstruktur der Verlage
  • Im April 2015 wurde das Positionspapier erweitert und enthält nach erneuter Zustimmung durch die General Assembly eine Zusammenstellung von Anforderungen an Open Access Publikationsservices, die von Verlagen angeboten werden.

2012 (Juli) Research Councils UK: RCUK Policy on Open Access and Supporting Guidance

  • Das Papier der britischen Forschungsförderorganisationen (Research Councils UK) ist eine Reaktion auf den im Juni 2012 veröffentlichten sogenannten "Finch-Report", eine Studie, die eine klare Empfehlung zur Förderung des goldenen Open-Access-Weges formuliert. In Großbritannien besteht mit der Veröffentlichung der Policy für öffentlich geförderte Wissenschaft eine Verpflichtung zum Open Access-Publizieren. Ddabei will RCUK bis 2014 das wissenschaftliche Publikationswesen vom System "subscriber pays" auf "author pays" umstellen. Dafür wurden ab dem 1. Apr. 2013 zur Finanzierung der Article Processing Charges berechtigten Forschungsorganisationen sog. RCUK OA Block grants zur Verfügung gestellt. 2014 wird eine Evaluation dieser Maßnahmen erfolgen.

2012 (Juli) Europäische Kommission

  • Die EU-Kommission wird den freien Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen als allgemeinen Grundsatz im Forschungsförderungsprogramm „Horizont 2020” (2014-2020) verankern. Ab 2014 müssen alle Artikel, die mit Hilfe der Förderung durch „Horizont 2020” zustande gekommen sind, innerhalb von 6 bzw. 12 Monaten frei zugänglich sein.

2013 (22. Februar) The White House. „Expanding Public Access to the Results of Federally Funded Research | The White House“

  • Memorandum des US-Office of Science & Technology Policy (OSTP) mit Anweisung an alle Bundesbüros mit Forschungsausgaben von über $ 100.000, innerhalb der nächsten 6 Monate einen Strategieentwurf zur Umsetzung der OA- Ziele vorzulegen. Diese Ziele beinhalten den offenen Zugang zu Forschungsdaten und Publikationen resultierend aus öffentlich geförderter Forschung. Publikationen sollen nach einer max. Embargoperiode von 12 Monaten zugänglich gemacht werden.
 
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